
[Teil 1] Die Philosophie der Ablehnung: Eine Erklärung, die mich schützt, „Ich habe beschlossen, mein eigenes Leben zu leben“
Von dem Moment an, in dem wir geboren werden, sind wir mit unzähligen Erwartungen anderer konfrontiert. Von dringenden Bitten um Geld bis hin zu lockeren Anfragen für ein Blind Date sind Bitten und Ablehnungen ein unvermeidliches Schicksal in menschlichen Beziehungen. Die meisten lernen jedoch, wie man ‘bittet’, aber nicht die viel komplexere ‘Kunst des Ablehnens’.
Wenn wir das Ablehnen nicht richtig beherrschen, verwandelt sich unser Leben in ein Feld der ’emotionalen Schwerstarbeit’, das die Anforderungen anderer verarbeitet. Von nun an sollten wir Ablehnung nicht mehr nur als das Abweisen anderer definieren, sondern als die würdevollste philosophische Entscheidung, die Souveränität über unser eigenes Leben zurückzugewinnen.
1. Der Grund, warum man nicht ablehnen kann, ist nicht, dass man ‘zu nett’ ist, sondern dass ‘Prinzipien’ fehlen.
Diejenigen, die Schwierigkeiten haben, abzulehnen, sagen oft, dass sie zu gutherzig sind oder Angst haben, die Gefühle des anderen zu verletzen, und deshalb nicht den Mund aufbekommen. Doch nüchtern betrachtet liegt der wahre Grund für die Unfähigkeit, abzulehnen, nicht in der Gutmütigkeit, sondern im Fehlen eines ‘eigenen Prinzips (Core Principle)’, das einen stützt.
„Wir sind nicht dazu geboren, die Erwartungen anderer zu erfüllen.“
Wer feste Prinzipien in seinem Leben hat, entscheidet sofort, wo er seine Energie einsetzen und wo nicht. Im Gegenteil, die Haltung, alle Bitten zu erfüllen, gleicht einem Leben, das sich ohne eigene Philosophie im Leben anderer aufreibt. Ablehnung ist keine Unhöflichkeit. In dem Moment, in dem Sie zu einer unzumutbaren Forderung „Nein“ sagen, machen Sie den ersten Schritt in Richtung des Lebens, das Sie wirklich wollen.
2. Unterscheiden Sie ‘räuberische Forderungen’, die den Prozess ignorieren und nur das Ergebnis begehren.
Wenn Sie nachhaltige menschliche Beziehungen wünschen, müssen Sie sich von dem Zwang befreien, zu jedem freundlich sein zu müssen. Hüten Sie sich besonders vor denen, die nur Ihre hart erarbeiteten Erfolge sehen und die Hand aufhalten.
- Beispiel: Ein Bekannter sagt zu einem Experten, der nach jahrelanger Forschung und vielen Versuchen und Irrtümern hohe Honorare für Vorträge erhält: „Du verdienst mit einem Vortrag viel Geld, ich habe Schwierigkeiten, also gib mir etwas davon ab.“
Solche Anfragen sehen nur das ‘Ergebnis’ des anderen und ignorieren völlig den schmerzhaften ‘Prozess’, der durchlitten wurde, um dieses Ergebnis zu erzielen. Diejenigen, die die Leistungen anderer als Glück abtun, werden sich auch nach 30 Jahren nicht ändern. Verschwenden Sie keine Mühe damit, sie zu überzeugen. Für diejenigen, die die Anstrengungen anderer nicht respektieren können, ist ein schneller Abbruch der Beziehung die klügste Antwort, mehr noch als eine höfliche Erklärung.
3. Die subtile Unhöflichkeit, die in einer ‘bedingten Entschuldigung’ verborgen ist.
In Konfliktsituationen ist die Sprache, die der andere verwendet, ein Spiegel seiner wahren Einstellung zu Ihnen. Achten Sie besonders auf den Ausdruck „Es tut mir leid, wenn du das so empfunden hast“.
Der Konjunktiv ‘wenn du das so empfunden hast’ in diesem Satz ist ein subtiler Mechanismus zur Verantwortungsflucht. Dies impliziert eine arrogante Haltung wie: „Ich habe nichts falsch gemacht, aber da du so emp